China-Import 2026: Alles was Sie wissen müssen
China ist nach wie vor die weltgrößte Exportnation. Für deutsche Unternehmen — vom Startup bis zum Mittelstand — bleibt der China-Import eine der wichtigsten Beschaffungsquellen. Gleichzeitig birgt er Fallstricke für Unerfahrene: falsche Lieferanten, riskante Zahlungsbedingungen, Zollprobleme.
Dieser Guide führt Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess — von der Lieferantensuche bis zur Warenankunft in Deutschland.
Schritt 1: Die richtige Lieferantensuche
Die Wahl des richtigen Lieferanten ist entscheidend. Folgende Plattformen sind die wichtigsten Ausgangspunkte:
- Alibaba.com: Größte B2B-Plattform, geeignet für die meisten Produktkategorien. Achten Sie auf "Verified Supplier" und "Trade Assurance".
- Made-in-China.com: Gute Alternative, oft mit weniger Wettbewerb und direkteren Lieferantenkontakten.
- Global Sources: Stärker in Elektronik und Consumer Goods.
- Canton Fair: Die weltgrößte Handelsmesse in Guangzhou (April & Oktober) — ideal für persönliche Geschäftskontakte.
• Betriebslizenz anfordern (Business License)
• Factory Audit oder Third-Party Inspection beauftragen (z. B. SGS, Bureau Veritas)
• Minimum Order Quantity (MOQ) verhandeln
• Muster bestellen (Sample-Bestellung) vor der Großbestellung
• Referenzen von anderen europäischen Käufern einholen
Schritt 2: Zahlungsbedingungen aushandeln
Die Zahlungskonditionen sind ein kritischer Verhandlungspunkt. Folgende Optionen stehen Ihnen zur Verfügung:
T/T — Telegraphic Transfer (Banküberweisung)
Die häufigste Zahlungsmethode im China-Import. Typische Konditionen:
- 30% Anzahlung bei Auftragsbestätigung
- 70% vor Verschiffung (gegen Kopie B/L oder nach Inspektion)
- Variation: 30/70, 50/50, oder 100% vorab (bei sehr kleinen Beträgen)
L/C — Letter of Credit (Dokumentenakkreditiv)
Bankseitiger Schutz für beide Parteien. Die Bank zahlt erst, wenn alle definierten Dokumente korrekt vorgelegt werden.
- Vorteil: Sicherheit für Käufer und Verkäufer
- Nachteil: Aufwändig, teuer (0,5–2% des Warenwerts), langsam
- Empfehlung: Sinnvoll ab ca. €50.000 Auftragswert oder bei neuen, unbekannten Lieferanten
Trade Assurance (Alibaba)
Alibabas internes Käuferschutzprogramm — gute Option für Erstbestellungen unter €30.000. Bei Problemen vermittelt Alibaba.
| Zahlungsmethode | Käuferschutz | Kosten | Empfohlen für |
|---|---|---|---|
| T/T 30/70 | Mittel | Bankgebühren ca. €25–40 | Bekannte Lieferanten |
| L/C | Hoch | 0,5–2% des Warenwerts | Große Bestellungen, neue Lieferanten |
| Trade Assurance | Hoch (für Erstbestellungen) | Keine extra Kosten | Alibaba-Lieferanten bis €30.000 |
| 100% vorab | Kein Schutz | Minimal | Nur bei sehr kleinen Beträgen / bekannten Partnern |
Schritt 3: Seefracht organisieren
Für die meisten China-Importe ist Seefracht die wirtschaftlichste Option. Die wichtigsten Routeninfos:
Wichtige chinesische Abgangshäfen
- Shanghai: Größter Containerhafen der Welt — alle globalen Routen
- Shenzhen / Yantian: Südchina, Elektronik-Zentrum, gut für Guangdong-Lieferanten
- Ningbo: Nahe Shanghai, oft gute Raten und weniger Congestion
- Tianjin: Nordchina, Peking-nahe Industrien
- Guangzhou (Nansha): Süd-Einzugsgebiet, Möbel, Textilien
Transit-Zeiten nach Hamburg (2026)
| Route | Transit FCL (Tage) | Transit LCL (Tage) | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Shanghai → Hamburg | 28–35 | 32–40 | Direktservice verfügbar |
| Shenzhen → Hamburg | 30–38 | 35–44 | Südroute, leicht länger |
| Ningbo → Hamburg | 27–34 | 31–38 | Oft günstigere Raten als Shanghai |
| Shanghai → Hamburg (Express) | 24–28 | — | Premium-Service, höhere Rate |
Schritt 4: Zollabwicklung in Deutschland
Alle Importe nach Deutschland (und in die EU) müssen beim Zoll angemeldet werden. Als Importeur sind Sie der Anmelder — mit YACHT Logistics übernehmen wir die Zollabfertigung für Sie.
Benötigte Dokumente
- Commercial Invoice: Handelsrechnung mit Warenbezeichnung, Stückzahl, Warenwert (USD/EUR)
- Packing List: Packliste mit Gewichten und Maßen
- Bill of Lading (B/L) oder Sea Waybill: Frachtdokument
- Ursprungszeugnis / EUR.1: Je nach Präferenzabkommen (für reduzierte Zollsätze)
- Ggf. CE-Zertifikat: Für elektrische Geräte, Spielzeug, Maschinen etc.
Zollsätze
Die EU erhebt auf Importe aus China Zölle nach dem Harmonisierten System (HS-Code). Typische Sätze:
- Textilien: 6,5–12%
- Elektronik/Elektronikartikel: 0–5%
- Maschinen: 0–3,7%
- Möbel: 5,6–6%
- Fahrräder: 48,5% (Anti-Dumping)
Schritt 5: Einfuhrumsatzsteuer (EUSt)
Neben dem Zoll fällt auf alle Importwaren die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) an — quasi die Mehrwertsteuer für Importe.
- Normalsatz: 19% auf (Zollwert + Zoll + Transportkosten bis zur EU-Grenze)
- Ermäßigt: 7% für bestimmte Lebensmittel, Bücher, etc.
Berechnungsbeispiel
Warenwert: €10.000 FOB Shanghai
Seefracht Shanghai–Hamburg: €2.800
Zollwert (CIF): ~€12.800
Zoll (6%): €768
EUSt-Bemessungsgrundlage: €13.568
EUSt (19%): €2.578
→ Gesamtkosten für Zoll + EUSt: ca. €3.346 (davon EUSt als Vorsteuer rückforderbar)
Häufige Fehler beim China-Import
- Kein Sample bestellt — Nie ohne Muster kaufen, egal wie überzeugend der Katalog aussieht.
- 100% Vorauszahlung — Vermeiden Sie das bei unbekannten Lieferanten.
- HS-Code nicht geprüft — Falsche Tarifierung führt zu Nachzahlungen oder Strafen.
- CE-Kennzeichnung vergessen — Pflicht für viele Produktkategorien in der EU.
- Zu knappe Planung — Realistische Vorlaufzeiten von 10–14 Wochen einkalkulieren.
- Versteckter Warenwert auf Rechnung — Lieferanten, die "niedrigeren Wert" auf der Rechnung anbieten, gefährden Sie rechtlich.
Fazit: China-Import erfolgreich meistern
Ein erfolgreicher China-Import basiert auf drei Säulen: dem richtigen Lieferanten, sicheren Zahlungsbedingungen und einem erfahrenen Spediteur. YACHT Logistics begleitet Sie von der Frachtbuchung über die Zollabfertigung bis zur Haustürzustellung — transparent, digital und rund um die Uhr verfügbar.
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