Import-Guide

China-Import 2026: Alles was Sie wissen müssen

📅 Februar 2026 ⏱️ 10 Min Lesezeit ✍️ YACHT Logistics Redaktion

China ist nach wie vor die weltgrößte Exportnation. Für deutsche Unternehmen — vom Startup bis zum Mittelstand — bleibt der China-Import eine der wichtigsten Beschaffungsquellen. Gleichzeitig birgt er Fallstricke für Unerfahrene: falsche Lieferanten, riskante Zahlungsbedingungen, Zollprobleme.

Dieser Guide führt Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess — von der Lieferantensuche bis zur Warenankunft in Deutschland.

Schritt 1: Die richtige Lieferantensuche

Die Wahl des richtigen Lieferanten ist entscheidend. Folgende Plattformen sind die wichtigsten Ausgangspunkte:

✅ Checkliste Lieferantenprüfung:
• Betriebslizenz anfordern (Business License)
• Factory Audit oder Third-Party Inspection beauftragen (z. B. SGS, Bureau Veritas)
• Minimum Order Quantity (MOQ) verhandeln
• Muster bestellen (Sample-Bestellung) vor der Großbestellung
• Referenzen von anderen europäischen Käufern einholen

Schritt 2: Zahlungsbedingungen aushandeln

Die Zahlungskonditionen sind ein kritischer Verhandlungspunkt. Folgende Optionen stehen Ihnen zur Verfügung:

T/T — Telegraphic Transfer (Banküberweisung)

Die häufigste Zahlungsmethode im China-Import. Typische Konditionen:

L/C — Letter of Credit (Dokumentenakkreditiv)

Bankseitiger Schutz für beide Parteien. Die Bank zahlt erst, wenn alle definierten Dokumente korrekt vorgelegt werden.

Trade Assurance (Alibaba)

Alibabas internes Käuferschutzprogramm — gute Option für Erstbestellungen unter €30.000. Bei Problemen vermittelt Alibaba.

Zahlungsmethode Käuferschutz Kosten Empfohlen für
T/T 30/70 Mittel Bankgebühren ca. €25–40 Bekannte Lieferanten
L/C Hoch 0,5–2% des Warenwerts Große Bestellungen, neue Lieferanten
Trade Assurance Hoch (für Erstbestellungen) Keine extra Kosten Alibaba-Lieferanten bis €30.000
100% vorab Kein Schutz Minimal Nur bei sehr kleinen Beträgen / bekannten Partnern

Schritt 3: Seefracht organisieren

Für die meisten China-Importe ist Seefracht die wirtschaftlichste Option. Die wichtigsten Routeninfos:

Wichtige chinesische Abgangshäfen

Transit-Zeiten nach Hamburg (2026)

Route Transit FCL (Tage) Transit LCL (Tage) Hinweis
Shanghai → Hamburg 28–35 32–40 Direktservice verfügbar
Shenzhen → Hamburg 30–38 35–44 Südroute, leicht länger
Ningbo → Hamburg 27–34 31–38 Oft günstigere Raten als Shanghai
Shanghai → Hamburg (Express) 24–28 Premium-Service, höhere Rate
⏱️ Realistischer Gesamtzeitplan: Produktion (2–4 Wochen) + Seefracht (4–5 Wochen) + Zollabwicklung (1–3 Tage) + Zustellung (1–3 Tage) = 8–13 Wochen von der Bestellung bis zur Warenankunft. Planen Sie entsprechend!

Schritt 4: Zollabwicklung in Deutschland

Alle Importe nach Deutschland (und in die EU) müssen beim Zoll angemeldet werden. Als Importeur sind Sie der Anmelder — mit YACHT Logistics übernehmen wir die Zollabfertigung für Sie.

Benötigte Dokumente

Zollsätze

Die EU erhebt auf Importe aus China Zölle nach dem Harmonisierten System (HS-Code). Typische Sätze:

⚠️ Anti-Dumping-Zölle: Auf bestimmte Produktgruppen (Solarmodule, E-Bikes, Stahl, Keramik) erhebt die EU zusätzlich hohe Anti-Dumping-Zölle. Prüfen Sie vorab die TARIC-Datenbank der EU oder fragen Sie uns.

Schritt 5: Einfuhrumsatzsteuer (EUSt)

Neben dem Zoll fällt auf alle Importwaren die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) an — quasi die Mehrwertsteuer für Importe.

💡 Wichtig für Unternehmer: Die EUSt ist vorsteuerabzugsfähig — Sie bekommen sie also vom Finanzamt zurück, wenn Sie vorsteuerabzugsberechtigt sind. Nur für Endverbraucher ist die EUSt ein echter Kostenfaktor.

Berechnungsbeispiel

Warenwert: €10.000 FOB Shanghai
Seefracht Shanghai–Hamburg: €2.800
Zollwert (CIF): ~€12.800
Zoll (6%): €768
EUSt-Bemessungsgrundlage: €13.568
EUSt (19%): €2.578
Gesamtkosten für Zoll + EUSt: ca. €3.346 (davon EUSt als Vorsteuer rückforderbar)

Häufige Fehler beim China-Import

  1. Kein Sample bestellt — Nie ohne Muster kaufen, egal wie überzeugend der Katalog aussieht.
  2. 100% Vorauszahlung — Vermeiden Sie das bei unbekannten Lieferanten.
  3. HS-Code nicht geprüft — Falsche Tarifierung führt zu Nachzahlungen oder Strafen.
  4. CE-Kennzeichnung vergessen — Pflicht für viele Produktkategorien in der EU.
  5. Zu knappe Planung — Realistische Vorlaufzeiten von 10–14 Wochen einkalkulieren.
  6. Versteckter Warenwert auf Rechnung — Lieferanten, die "niedrigeren Wert" auf der Rechnung anbieten, gefährden Sie rechtlich.

Fazit: China-Import erfolgreich meistern

Ein erfolgreicher China-Import basiert auf drei Säulen: dem richtigen Lieferanten, sicheren Zahlungsbedingungen und einem erfahrenen Spediteur. YACHT Logistics begleitet Sie von der Frachtbuchung über die Zollabfertigung bis zur Haustürzustellung — transparent, digital und rund um die Uhr verfügbar.

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