Suezkanal-Krise: Was bedeutet das konkret für Ihre Lieferkette?
Seit Ende 2023 greifen Huthi-Milizen aus dem Jemen zivile Handelsschiffe im Roten Meer an. Die Folge: Nahezu alle großen Carrier — Hapag-Lloyd, MSC, COSCO, Maersk, CMA CGM — haben ihre Routen auf die Umfahrung Afrikas umgestellt. Der Suezkanal, der normalerweise rund 12% des globalen Warenhandels abwickelt, wird von einem Großteil der Flotte gemieden.
Was hat sich konkret verändert?
1. Transit-Zeiten
Die Umfahrung über das Kap der Guten Hoffnung verlängert die Route von Asien nach Europa um ca. 3.500–5.000 zusätzliche Seemeilen:
| Route | Suez (normal) | Kap (aktuell) | Mehrzeit |
|---|---|---|---|
| Shanghai → Hamburg | 28–32 Tage | 38–45 Tage | +10–14 Tage |
| Shenzhen → Rotterdam | 26–30 Tage | 36–44 Tage | +10–14 Tage |
| Mumbai → Antwerpen | 18–22 Tage | 28–34 Tage | +10–12 Tage |
| Ho Chi Minh City → Hamburg | 28–32 Tage | 38–46 Tage | +10–14 Tage |
2. Frachtkosten (Spot Rates)
Die erhöhten Treibstoffkosten, längere Vessel-Rotationszeiten und reduzierte effektive Kapazität haben die Spot-Rates deutlich nach oben getrieben. FCL 40ft auf der China–Europa-Route kostete auf dem Peak 2024 bis zu 7.000–9.000 USD, ist aber mittlerweile wieder auf 3.500–5.500 USD gesunken — deutlich über Vorkrisen-Niveau von 1.500–2.500 USD.
3. Carrier-Verfügbarkeit und Buchungsvorläufe
Durch die längeren Umwege sind mehr Schiffe gleichzeitig auf See — die verfügbare Kapazität in den Häfen ist faktisch gesunken. Buchungen sollten heute 3–5 Wochen im Voraus erfolgen, früher reichten oft 1–2 Wochen.
Was sollten Importeure und Exporteure jetzt tun?
- Vorlaufzeiten anpassen: Planen Sie 2–3 Wochen Puffer zusätzlich ein — für jeden asiatischen Fernost-Import.
- Lagerbestände überprüfen: Wer bisher "Just in Time" produziert hat, sollte Sicherheitsbestände aufbauen.
- Luftfracht als Notfall-Option kalkulieren: Für zeitkritische Teile kann Luftfracht trotz höherer Kosten sinnvoll sein.
- Multi-Carrier-Strategie: Verschiedene Carrier haben unterschiedliche Abfahrtszeiten und Routen — Vergleich lohnt sich.
- Festpreise verhandeln: Bei planbaren Volumen können Langzeitverträge Planungssicherheit bieten.
Wann normalisiert sich die Lage?
Prognosen sind schwierig — die Sicherheitslage im Roten Meer hängt von politischen Entwicklungen im Jemen ab. Die meisten Carrier-Analysten gehen von einer schrittweisen Normalisierung aus, sobald eine stabile Sicherheitslage garantiert werden kann. Kurzfristig (Q1/Q2 2026) ist keine wesentliche Verbesserung zu erwarten.
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