🚨 Markt-Update

Suezkanal-Krise: Was bedeutet das konkret für Ihre Lieferkette?

📅 Februar 2026 ✍️ YACHT Logistics Redaktion ⏱️ 7 Min. Lesezeit

🔴 Aktuelle Lage (Feb 2026): Die Mehrheit der großen Carrier meidet das Rote Meer weiterhin. Umrundungen via Kap der Guten Hoffnung verlängern Transit-Zeiten um 10–14 Tage und erhöhen Kosten um 30–60%.

Seit Ende 2023 greifen Huthi-Milizen aus dem Jemen zivile Handelsschiffe im Roten Meer an. Die Folge: Nahezu alle großen Carrier — Hapag-Lloyd, MSC, COSCO, Maersk, CMA CGM — haben ihre Routen auf die Umfahrung Afrikas umgestellt. Der Suezkanal, der normalerweise rund 12% des globalen Warenhandels abwickelt, wird von einem Großteil der Flotte gemieden.

Was hat sich konkret verändert?

1. Transit-Zeiten

Die Umfahrung über das Kap der Guten Hoffnung verlängert die Route von Asien nach Europa um ca. 3.500–5.000 zusätzliche Seemeilen:

RouteSuez (normal)Kap (aktuell)Mehrzeit
Shanghai → Hamburg28–32 Tage38–45 Tage+10–14 Tage
Shenzhen → Rotterdam26–30 Tage36–44 Tage+10–14 Tage
Mumbai → Antwerpen18–22 Tage28–34 Tage+10–12 Tage
Ho Chi Minh City → Hamburg28–32 Tage38–46 Tage+10–14 Tage

2. Frachtkosten (Spot Rates)

Die erhöhten Treibstoffkosten, längere Vessel-Rotationszeiten und reduzierte effektive Kapazität haben die Spot-Rates deutlich nach oben getrieben. FCL 40ft auf der China–Europa-Route kostete auf dem Peak 2024 bis zu 7.000–9.000 USD, ist aber mittlerweile wieder auf 3.500–5.500 USD gesunken — deutlich über Vorkrisen-Niveau von 1.500–2.500 USD.

💡 Wichtig zu wissen: Carrier erheben zusätzlich Emergency Surcharges (EBS/WSS/RSS) von oft €200–500/Container. Diese werden bei YACHT transparent in der Preisaufstellung ausgewiesen.

3. Carrier-Verfügbarkeit und Buchungsvorläufe

Durch die längeren Umwege sind mehr Schiffe gleichzeitig auf See — die verfügbare Kapazität in den Häfen ist faktisch gesunken. Buchungen sollten heute 3–5 Wochen im Voraus erfolgen, früher reichten oft 1–2 Wochen.

Was sollten Importeure und Exporteure jetzt tun?

  1. Vorlaufzeiten anpassen: Planen Sie 2–3 Wochen Puffer zusätzlich ein — für jeden asiatischen Fernost-Import.
  2. Lagerbestände überprüfen: Wer bisher "Just in Time" produziert hat, sollte Sicherheitsbestände aufbauen.
  3. Luftfracht als Notfall-Option kalkulieren: Für zeitkritische Teile kann Luftfracht trotz höherer Kosten sinnvoll sein.
  4. Multi-Carrier-Strategie: Verschiedene Carrier haben unterschiedliche Abfahrtszeiten und Routen — Vergleich lohnt sich.
  5. Festpreise verhandeln: Bei planbaren Volumen können Langzeitverträge Planungssicherheit bieten.
🧭 YACHT COMPASS-Agent berücksichtigt automatisch: Aktuelle Streckensperren, Carrier-Route-Updates und Surcharge-Strukturen — Sie bekommen immer das aktuell beste Angebot für die tatsächlich verfügbaren Routen.

Wann normalisiert sich die Lage?

Prognosen sind schwierig — die Sicherheitslage im Roten Meer hängt von politischen Entwicklungen im Jemen ab. Die meisten Carrier-Analysten gehen von einer schrittweisen Normalisierung aus, sobald eine stabile Sicherheitslage garantiert werden kann. Kurzfristig (Q1/Q2 2026) ist keine wesentliche Verbesserung zu erwarten.

YACHT informiert Kunden automatisch über Streckenwarnungen und Status-Updates für ihre laufenden Buchungen via RADAR-Monitoring — inklusive proaktiver Alerts bei Verzögerungen.

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